Von Klimaleistung zu einem handelbaren Asset
Zur Erfüllung von regulatorischen Auflagen gibt es bereits eine Vielzahl kostenpflichtiger Gebäudezertifikate und Labels. Aber keiner der Ansätze fokussiert sich auf den Nachweis der langfristigen CO2-Speicherung von biobasierten Baumaterialien oder ist über eine KI-gestützte Infrastruktur an die CO2-Märkte und deren Standards und Marktteilnehmer angeschlossen. Dies ist nun erstmals für die Immobilienbranche verfügbar. Damit erhält die Dekarbonisierung von Immobilien einen wirtschaftlich messbaren Wert und wird vom reinen Kostenfaktor zu einem wirtschaftlich nutzbaren Asset.
Automatisierter Workflow
Die KI-gestützte Infrastruktur von Timber Carbon automatisiert den ganzen Zertifizierungsprozess: Von der Datenaufnahme eines Bauprojekts und der regional unterschiedlichen CO2-Berechnung über die unabhängige Zertifizierung und Registrierung bis zur Ausstellung, zum Verkauf und zum laufenden Monitoring der Credits. Zugleich ermöglichen die im Detail erfassten Bauteile eine spätere Wiederverwendung im Rahmen der Kreislaufwirtschaft und des Urban Minings. Die Bauherrschaft kann sich die generierten Credits der eigenen Klimabilanz anrechnen (Insetting) oder die Credits sofort oder später am freiwilligen CO2-Markt verkaufen (Offsetting).
Timber Carbon Removal Credits
Removals aus "Timber in Construction" sind international als Negativemissionen anerkannt (IPCC, UNFCCC) [1]. Sie erfüllen die Anforderungen der etablierten Standards an Additionalität, Permanenz und Verifizierung und haben gegenüber technischen Verfahren drei Vorteile: Sie sind schnell skalierbar, sie tragen kein Lieferrisiko, weil erst am fertiggestellten Gebäude zertifiziert wird, und sie senken zugleich die Scope-3-Emissionen [2], weil Holz Beton und Stahl ersetzt. Zertifiziert und registriert sind die Credits beim internationalen Rainbow Standard, den das ICVCM [3] als CCP-Eligible eingestuft hat und dessen Anerkennung unter der EU- Verordnung über Carbon Removals und Carbon Farming (CRCF) [4] Ende 2026 erwartet wird.
"Der Bausektor gehört zu den Branchen, die am schwersten zu dekarbonisieren sind. Timber Carbon zeigt, was nötig ist, damit es doch gelingt."
Ludovic Chatoux, CEO Rainbow Standard
Dekarbonisierung des Gebäudesektors
Der Gebäudesektor verantwortet rund 36 Prozent der globalen CO2-Emissionen, davon ein Drittel aus Baumaterialien. Er ist eine der letzten schwach regulierten Branchen. Ab 2028 erfasst das neue EU-Emissionshandelssystem ETS 2 [5] erstmals die Betriebsemissionen im Gebäudebereich. Zudem müssen ab 2028 größere Neubauten im Rahmen der EPBD [6] das Global Warming Potential (GWP) offenlegen. Frankreich begrenzt die grauen Emissionen mit der RE2020 [7] bereits heute, und der UK Net Zero Carbon Buildings Standard geht denselben Weg wie auch der neue Minergie Netto Null Baustandard in der Schweiz. Auch internationale Bewertungssysteme wie BREEAM oder LEED geben Benchmarks für die Kohlenstoffintensität der Gebäude vor. Da drängen sich biobasierte Baustoffe und insbesondere Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft mit seiner hohen Klimaleistung auf. Mit der Inwertsetzung der Klimaleistung von verbautem Holz soll sich der Anteil biobasierter Neubauten bei Renditeliegenschaften, je nach Land heute 0,5 bis 10 Prozent, innerhalb zehn Jahren verdoppeln.
"Bisher war die Klimaleistung von Holzbauten wirtschaftlich unsichtbar. Wenn sie zertifiziert und handelbar wird, verändert das die Gespräche mit Bauherrschaften, und genau dort entscheidet sich, ob mehr in Holz gebaut wird."
Valentin Wiesner, Geschäftsführer WIEHAG Timber Construction
Timber Carbon
In drei Jahren hat Timber Carbon im deutschsprachigen Raum das weltweit größte Portfolio für biobasierte Carbon Removals im Gebäudesektor aufgebaut. Es umfasst über 90 Gebäude, die zusammen 72'000 Tonnen CO2 speichern. Durch den Ersatz von Beton und Stahl wurden bei diesen Projekten zudem 65'000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden. Zu den Kunden und Geschäftspartnern zählen Swiss Prime Site, PRIMUS und WIEHAG. Gefördert wurde das Vorhaben von Built by Nature und vom Migros- Pionierfonds. Timber Carbon wurde zudem 2023 von UpLink, der Innovationsplattform des Weltwirtschaftsforums WEF, ausgezeichnet und ist als Experte in diversen Carbon-Removal- Plattformen breit vernetzt. Um das weitere Wachstum und die internationale Skalierung zu finanzieren, plant Timber Carbon als PropTech und Climate Tech Unternehmen für Q4 2026 erstmals eine Finanzierungsrunde.
Fussnoten
[1] IPCC und UNFCCC - Intergovernmental Panel on Climate Change, der Weltklimarat der UN, und United Nations Framework Convention on Climate Change, deren Klimarahmenkonvention.
[2] Scope 3 - die indirekten Emissionen in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens, im Bau vor allem die grauen Emissionen der Baumaterialien.
[3] ICVCM und CCP - Integrity Council for the Voluntary Carbon Market und dessen Qualitätskriterien, die Core Carbon Principles. icvcm.org
[4] CRCF - EU-Verordnung über Carbon Removals und Carbon Farming, Verordnung (EU) 2024/3012. eur-lex.europa.eu
[5] EU ETS 2 - zweites Emissionshandelssystem der EU. Es erfasst ab 2028 den Gebäudebetrieb. climate.ec.europa.eu
[6] EPBD - Energy Performance of Buildings Directive, die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. energy.ec.europa.eu
[7] RE2020 - Réglementation environnementale 2020, die französische Umweltregulierung für Neubauten. ecologie.gouv.fr
Pressekontakt:
Medien: Samara Scheidegger, Kommunikation, samara.scheidegger@timbercarbon.ch
Bauherrschaften: Tim Träger, Projekte & Zertifizierung, tim.traeger@timbercarbon.ch
Timber Credit-Käufer/Investoren: Frank Vasek, Co-Founder und CEO,
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