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In der mehrjährigen „Großen Schweizer Littering-Studie“ geht das Schweizer Kompetenzzentrum gegen Littering IGSU gemeinsam mit der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW der Frage nach, welche Maßnahmen am besten gegen Littering wirken. "Das Engagement von Schweizer Städten und Gemeinden in Bezug auf Littering ist groß", weiß IGSU-Geschäftsleiterin Nora Steimer. "Allerdings fehlten bisher die Ressourcen, um die Wirkung verschiedener Maßnahmen objektiv zu messen. Mit unseren Feldexperimenten wollen wir den Städten und Gemeinden ein Hilfsmittel liefern, das ihnen aufzeigt, wann wo welche Maßnahmen wirkungsvoll und effizient eingesetzt werden können." Im Sommer 2025 wurde mit „Picknick- und Freizeitzonen“ das erste von insgesamt drei Settings unter die Lupe genommen: Während zehn Wochen wurden auf 26 öffentlichen Plätzen in neun Städten und Gemeinden der Deutsch- und Westschweiz verschiedene Anti-Littering- Maßnahmen getestet. Die Ergebnisse dieses ersten Feldexperiments wecken Hoffnung: Die eingesetzten Maßnahmen reduzierten das Littering in Picknick- und Freizeitzonen um rund ein Drittel. Dieser positive Effekt hielt sogar noch zwei Wochen nach dem Abbau der Maßnahmen an.
Situationsspezifische Maßnahmen wirken besonders gut
Die Anti-Littering-Maßnahmen wurden in situationsspezifische Maßnahmen und Sensibilisierungsmaßnahmen unterschieden. Situationsspezifische Maßnahmen wie Recyclingstationen, witzige Sprüche auf Abfallkübeln oder auffällige Pfeile, die auf Abfallkübel hinweisen, beeinflussen das Verhalten der Menschen im Moment der Entsorgungsentscheidung. Sensibilisierungsmaßnahmen wie informative Plakate oder persönliche Sensibilisierungsgespräche stärken hingegen das Problembewusstsein der Menschen ganz allgemein und beeinflussen deren Einstellung langfristig.
Die ersten Feldexperimente machen deutlich: Die größte Wirkung zeigten situationsspezifische Maßnahmen. Besonders effektiv waren auffällige Pfeile neben Abfallkübeln oder Abfallkübel mit witzigen Sprüchen, Recyclingstationen mit der Möglichkeit, PET, Alu oder Restmüll zu trennen, und Abfallkübel mit Gamification-Elementen. Bei Letzteren konnten Menschen ihren Abfall einwerfen und gleichzeitig für ihren Favoriten stimmen: "Welches Tier magst du lieber?", steht beispielsweise auf einem Plakat, während der Abfall entweder bei "Hund" oder "Katze" eingeworfen werden kann. Diese Maßnahmen führten zu einer Littering- Reduktion um 31 bis 38 Prozent.
Kombination der zwei Maßnahmentypen besonders erfolgversprechend
Auch Sensibilisierungsmaßnahmen wirkten zuverlässig, jedoch etwas weniger stark als situationsspezifische Maßnahmen: Die Plakate und der Einsatz von persönlichen Sensibilisierungsgesprächen, die im Rahmen der Feldexperimente von den IGSU-Botschafter-Teams durchgeführt wurden, senkten das Littering um 26 bis 32 Prozent. Am wirksamsten war jedoch eine Kombination aus beiden Maßnahmentypen: Der gleichzeitige Einsatz von persönlichen Sensibilisierungsgesprächen und Abfallkübeln mit witzigen Sprüchen führte zu einer Littering- Reduktion von 49 Prozent. Das lässt darauf schließen, dass sich die Wirkung bei einer Kombination der beiden Maßnahmentypen verstärkt.
Stadt Zürich zieht positive Bilanz
„Gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Schulen setzen wir seit vielen Jahren sowohl auf situationsspezifische als auch auf sensibilisierende Maßnahmen. Nun wissen wir, dass beide Maßnahmentypen zu einer deutlichen Reduktion von Littering führen“, freut sich Nora Steimer. „Auf dieser Grundlage können wir in Zukunft unsere Maßnahmen in Picknick- und Freizeitzonen optimal planen, damit wir dem Littering effektiv und effizient entgegenwirken können.“ Neben Chavannes- près-Renens, Bern, Genf, Luzern, Olten, Regensdorf, Romanshorn und Yverdon-les-Bains hat auch die Stadt Zürich an den Feldexperimenten teilgenommen. Michael Ultsch, Leiter Stadtreinigung der Stadt Zürich, findet das Feldexperiment eine gute Gelegenheit, um neue Erkenntnisse für künftige Maßnahmen gegen Littering zu gewinnen – so zum Beispiel, dass die öffentliche Hand immer wieder neue Maßnahmen gegen Littering erfinden muss, weil sich bislang jede Aktion mit der Zeit abgenutzt hat. "Für das Reinigungspersonal stellt ein solches Feldexperiment zwar einen Mehraufwand und eine Abweichung von der Arbeitsroutine dar. Unsere Mitarbeitenden haben ‚ihre‘ Stadt aber gerne sauber. Wie die Bevölkerung stören sich auch die Mitarbeitenden an herumliegenden Abfällen und helfen gerne bei Maßnahmen gegen Littering mit", so Ultsch. Im Jahr 2026 werden weitere Feldexperimente durchgeführt, diesmal in „Verpflegungszonen rund um Take-Aways“. 2027 sind Experimente entlang von „Überlandstraßen“ geplant.
Weitere Informationen zu dieser und weiteren Studien finden Sie hier: www.igsu.ch/forschung
Medienkontakt Nora Steimer, IGSU-Geschäftsleiterin +41 43 500 19 91, +41 76 406 13 86, medien@igsu.ch
Prof. Dr. Nina Tobler, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, nina.tobler@fhnw.ch
Zitate aus teilnehmenden Städten
Valerio Mascio, Leiter Stadtteile, Infra Reinigung, Stadt Bern
„Die Stadt Bern interessiert sich für Initiativen wie die „Große Schweizer Littering-Studie“, weil wir es wichtig finden, die Bevölkerung für das Thema Littering zu sensibilisieren. Wir haben den Eindruck, dass die Maßnahmen in den Feldstudien gut angekommen sind, die meisten Passantinnen und Passanten haben sich an die Empfehlungen zur Abfallentsorgung gehalten. Wir gehen davon aus, dass die Maßnahmen noch bessere Wirkung zeigen werden, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden.“
René Wernli, Leiter Werkhof, Stadt Olten
„Die Stadt Olten gibt jährlich rund 60.000 Euro für Anti-Littering-Kampagnen aus. Deshalb werden wir öfters gefragt, ob diese denn auch wirken. Wir hoffen, mit dieser Studie solche Fragen fundiert beantworten zu können. Nicht nur die Bevölkerung hat positiv auf die Maßnahmen reagiert, auch das Reinigungspersonal hat die Feldstudie unterstützt, da die Erkenntnisse schließlich auch ihre tägliche Arbeit erleichtern werden.“
Ursula Bernhardt, Stadträtin Ressort Energie und Umwelt, Stadt Romanshorn
„Im Rahmen der Feldstudie wurden wir wiederholt von Passantinnen und Passanten angesprochen, was zeigt, dass die Maßnahmen wahrgenommen wurden und sensibilisieren konnten. Die Rückmeldungen waren überwiegend positiv. Gleichzeitig gab es auch kritische Stimmen, die einzelne Elemente als übertrieben oder optisch unschön empfanden. Das zeigt: Die Interventionen sind aufgefallen und haben Diskussionen ausgelöst. Wir sind zuversichtlich, dass die Studie einen bewussteren Umgang mit Ressourcen und der Umwelt fördern und so langfristig zu weniger Littering führen.“
Clivia Lugt, Projektleiterin, Stadt Yverdon-les- Bains
„Diese Feldstudie hat uns gezeigt, dass sichtbare und originelle Maßnahmen die Nutzung von Abfallkübeln fördern können. Sie hat zudem deutlich gemacht, wie wichtig eine klare Kommunikation über die Funktionsweise der getroffenen Maßnahmen ist, insbesondere wenn diese von den üblichen Entsorgungsgewohnheiten abweichen. Sinn und Zweck der ‚Abstimmungskübel‘ wurden beispielsweise nicht immer klar verstanden. Wir erhoffen uns, dass die Studie dazu beiträgt, die Wirksamkeit von Maßnahmen zu bewerten und zukünftige Maßnahmen der Stadt zu verbessern.“
Michael Ultsch, Leiter Stadtreinigung, Stadt Zürich
„Das Feldexperiment ist eine gute Gelegenheit, um neue Erkenntnisse für künftige Maßnahmen gegen Littering zu gewinnen – so zum Beispiel, dass die öffentliche Hand immer wieder neue Maßnahmen gegen Littering erfinden muss, weil sich bislang jede Aktion mit der Zeit abgenutzt hat. Für das Reinigungspersonal stellt ein solches Feldexperiment zwar einen Mehraufwand und eine Abweichung von der Arbeitsroutine dar. Unsere Mitarbeitenden haben ‚ihre‘ Stadt aber gerne sauber. Wie die Bevölkerung stören sich auch die Mitarbeitenden an herumliegenden Abfällen und helfen gerne bei Maßnahmen gegen Littering mit."
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Die IGSU ist die im Mai 2007 gegründete Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt. Dahinter standen am Anfang die privatwirtschaftlich organisierten Recyclingunternehmen IGORA- Genossenschaft für Aluminium-Recycling und PRS - Verein PET-Recycling Schweiz - welche sich bereits seit 2004 gemeinsam gegen das Littering engagieren.
Eine offene Plattform im Kampf gegen das Littering ist entstanden und weitere Partner aus konsumnahen Gebieten sowie der Recyclingwirtschaft konnten gewonnen werden, um gemeinsame Maßnahmen umzusetzen.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
Quelle: IG saubere Umwelt IGSU, Pressemitteilung
Originalartikel publiziert auf: Grosse Schweizer Littering-Studie in Zürich: Ein Drittel weniger Littering dank gezielter Massnahme