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Schädel-Hirn-Trauma: häufig, folgenschwer – und oft vermeidbar
Jedes Jahr werden in den deutschen Krankenhäusern rund 20.000 Menschen mit einem Schädel-Hirn-Trauma behandelt; davon 5.000 mittel bis schwer. Die Folgen sind oft gravierend – körperlich, psychisch und sozial. Bei Menschen unter 45 Jahren zählen Schädel-Hirn-Traumata sogar zu den häufigsten Todesursachen. Verursacht werden sie durch Stürze, Verkehrs-, Sport- oder Arbeitsunfälle sowie Schläge.
Durch gezielte Prävention ließen sich diese Zahlen – und die damit verbundenen Kosten für das Gesundheitswesen – um ein Vielfaches verringern.
Helmtragen schützt – wird aber noch zu wenig umgesetzt
Helme spielen daher eine unverzichtbare Rolle, um das Gehirn zu schützen. Laut einer Erhebung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) vom Jahr 2024 reduziert das Tragen eines Helms das Risiko einer Kopfverletzung bei Fahrradunfällen um etwa 50 % und einer schweren Kopfverletzung sogar um bis zu 70 %. Dennoch trugen im Jahr 2025 nur knapp die Hälfte (56 %) der Radfahrenden in Deutschland einen Helm. Dies zeigt, dass in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für das Risiko und die möglichen lebenslangen Folgen – insbesondere bei kurzen Radfahrten – noch nicht genügend vorhanden ist.
Wenn sich das Leben schlagartig verändert
Als nationale Anlaufstelle für Menschen mit Hirnverletzung und deren Angehörige kennt FRAGILE Suisse die Folgen, mit denen Betroffene eines Schädel-Hirn-Traumas zu kämpfen haben, sehr gut. Dabei kann es sich um körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen handeln – wie bei Stefanie F., die nach einem Radunfall ohne Helm ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Hirnblutung erlitt und seitdem unter Konzentrationsschwierigkeiten und Reizüberflutung leidet. Aus diesem Grund kann sie ihrer Arbeit im Gastgewerbe nicht mehr nachgehen.
«Ich muss lernen, die neue Stefanie willkommen zu heissen – auch wenn sie nicht mehr alles kann wie früher.»
Landesweite Sensibilisierung für mehr Prävention
FRAGILE Suisse lanciert die Präventionskampagne «Schütze dein Hirn – Schütze dein Leben!», die von März bis Mai den Fokus auf das Helmtragen legt. Ziel ist es, mit verschiedenen Maßnahmen die Bevölkerung für den Schutz des Gehirns zu sensibilisieren und präventives Verhalten nachhaltig zu fördern. Dazu gehören auch spezifische Aktivitäten für Angestellte im Baugewerbe, die dem Risiko von Schädel-Hirn-Traumata am Arbeitsplatz besonders ausgesetzt sind.
Füllerinserate
Passend zur Kampagne hat FRAGILE Suisse auch neue Füllerinserate zum Thema Helmtragen veröffentlicht. Mit der Publikation dieser Gratis-Inserate können auch die Medien die Präventionskampagne unterstützen.
Anlässe der Regionalvereinigungen von FRAGILE Suisse zur Brainweek 2026
FRAGILE Aargau/Solothurn Ost ist heute und morgen mit einem Stand an der Brainweek des Kantonsspitals Aarau vertreten.
FRAGILE Basel hat einen Infostand an der Brainweek im Universitätsspital Basel von Montag bis Freitag, jeweils vor und nach den Vorträgen.
Medienkontakt
Viviane Kauflin-Lyoth
Leiterin Kommunikation, Marketing und Fundraising
FRAGILE Suisse
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E-Mail: kauflin@fragile.ch
Telefon: +41 44 360 30 69
Auf Anfrage stehen Ihnen verschiedene Fachpersonen sowie Betroffene für Interviews zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber. Bildrechte: Fotoagentur SINUS, Aarau/Schweiz / Fotograf: Markus J. Hässig
FRAGILE Suisse ist die schweizerische Behinderten- und Patientenorganisation für Menschen mit Hirnverletzung und Angehörige.
Die Organisation bietet für Betroffene und Angehörige Dienstleistungen mit dem Ziel, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihre Inklusion in die Gesellschaft zu fördern. Zudem berät und schult sie Fachpersonen zum Thema Hirnverletzung, ihren Folgen und dem Umgang mit Betroffenen. Diese Dienstleistungen werden durch ein Kursprogramm abgerundet.
FRAGILE Suisse informiert und sensibilisiert die Öffentlichkeit zum Thema Hirnverletzung und fördert die Prävention.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
Quelle: FRAGILE Suisse, Pressemitteilung
Originalartikel publiziert auf: Brainweek 2026 - Helmtragen kann Leben retten